Sport hat für ihn auch ohne Olympia eine wichtige Rolle gespielt. Jetzt aber, im Jahr 1972, bekommt das Thema Wettkampf eine zusätzliche Dimension. Selbst aktiver Spieler, erhält der Zeitzeuge über seinen Basketballverband die Möglichkeit, die Olympischen Spiele als Ordner zu begleiten. Damit er sofort als Ordnungskraft erkannt wird, gibt’s für ihn die Uniform zum Job (das rare, orangefarbene Kleidungsstück ist bis heute erhalten). Seinen Dienst verrichtet der Zeitzeuge als Hallenordner in „seiner“ Sportart, dem Basketball. Das schnelle Spiel mit dem Ball hatte es ihm schon als Student angetan – er war für das Studium der Sozialgeographie von Ulm nach München gezogen. Und nicht nur das schafft für den Zeitzeugen eine direkte Verbindung zu den Spielen von München. Ein Freund hat im Team um den Olympia-Gestalter Otto „Otl“ Aicher an der Entwicklung der Piktogramme mitgearbeitet, einer für jeden verständlichen Zeichensprachen. Natürlich erinnert sich der Zeitzeuge aber auch an spannende Wettkämpfe bei sich in der Basketball-Halle, wo es auch für Ringer und Judoka um Medaillen geht oder Leitathletik und Fußball. Das Attentat im Olympischen Dorf empfindet er als Zäsur, die Fortsetzung der Spiele aber trotz der Trauer als richtige Entscheidung. Schon allein der Athlet:innen aus aller Welt wegen.
Beitrag entstanden im Erzählcafé München 72
Text von Michael Weilacher, basierend auf einem Interview mit dem Zeitzeugen